Hörgeräte

Das Richtige finden

Von Alexandra Grossmann · 2018

Hörgeräte sind heute viel besser als ihr Ruf: Die kleinen Hörhilfen im oder hinter dem Ohr fungieren als Minicomputer, die sekundenschnell und unterschiedlich auf akustische Reize reagieren. Experten raten, vor dem Kauf die Modelle sorgfältig zu prüfen.

Frau bei der Anpassung eines Hörgerätes
Bei der Auswahl des richtigen Hörgeräts ist Sorgfalt wichtig.

Rund 16 Millionen Menschen in Deutschland hören schlecht, Tendenz steigend. Nicht nur jeder Dritte im Alter von mehr als 65 Jahren ist betroffen, auch junge Menschen haben Hörschäden, meist als Folge vor zu lauter Musik. Doch den Schritt zum Hörgerät meiden viele, nur dreieinhalb Millionen Betroffene besitzen eines, und jedes Dritte bleibt in der Schublade liegen. Hörgeräte gelten als Zeichen von Gebrechlichkeit und sind gewöhnungsbedürftig, sie können Hintergrundgeräusche verstärken und manche müssen über einen langen Zeitraum immer wieder neu eingestellt werden.

Dabei sind Hörgeräte heute hoch entwickelte Minicomputer, die ein oder mehrere Mikrofone zum Empfang von Geräuschen haben, sowie einen Verstärker und einen Lautsprecher, der diese Geräusche ins Ohr weitergibt. Dazu müssen sie schnell sein und verschiedene Situationen mittels Hörprogrammen unterschiedlich verarbeiten können, etwa Telefonate, Gespräche am Tisch oder Besuche in der Oper. 

Hörgeräte: Größere Geräte sind beliebter

Akustiker unterscheiden zwischen Hinter-dem-Ohr-Geräten (HdO) und Im-Ohr-Geräten (IdO). Letztere sind kleiner und übertragen den Schall sehr gut, verschließen aber den Gehörgang vollständig. HdO-Modelle sind größer und haben den Vorteil, dass sie mehr Elektronik, mehr Leistung und mehr Möglichkeiten bieten. Zudem sind sie keine Maßanfertigungen, sodass Kunden verschiedene Modelle ausprobieren und bei Nichtgefallen zurückgeben können.

Wissenschaftler arbeiten derzeit daran, immer kleinere Geräte mit höherer Leistung zu bauen. Da es für Hörgeräteträger oft schwierig ist, Töne voneinander zu unterscheiden, entwickeln Forscher zum Beispiel Sensoren, die Sprache aus anderen Geräuschen hervorheben. Hightech-Modelle der neuesten Generation erkennen bis zu acht unterschiedliche Hörsituationen. Derzeit wird auch erforscht, wie Hirnströme auf das Smartphone übermittelt werden können. In dieser Interaktion wird erkannt, wem sich der Hörgeräteträger in einer größeren Runde gerade zuwendet, sodass dessen Worte verstärkt gehört werden können.

Das Gehirn verlernt schnell

Wer schlecht hört, sollte so schnell wie möglich handeln und sich vom HNO-Arzt untersuchen lassen. Je früher auch ein geringer Hörverlust festgestellt und mit technischer Hilfe ausgeglichen wird, desto schneller gewöhnen sich Gehirn und Gehör daran. Denn wenn die Schwerhörigkeit länger vorliegt, muss das Gehirn erst wieder lernen, manche Klänge und Töne zu erkennen und zu verarbeiten. Nur ein Gehirn, das permanent die unterschiedlichsten Töne verarbeitet, bleibt aktiv, ohne die Geräuschkulisse als zu anstrengend zu empfinden.

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