Hörvermögen

Wieder ganz Ohr: Wie Hörgeräte helfen

Von Sandra Sehringer · 2021

Laut Studien sind circa 16 Prozent der Erwachsenen in Deutschland schwerhörig. Bei den 65- bis 74-Jährigen ist sogar jeder Fünfte betroffen – auch wenn vielen das gar nicht bewusst ist. Das muss nicht sein, denn moderne, nahezu unsichtbare Hörgeräte können Schwerhörigen helfen, wieder besser zu hören. Und: Sie können sogar die Wahrscheinlichkeit für eine spätere Demenz verringern.

Eine Frau, bei der gerade ein Hörtest durchgeführt wird.
Ein kostenloser Hörtest verrät, ob es Zeit zu Handeln ist. Foto: iStock/kaisersosa67

Im Alter zwischen 50 und 60 Jahren lässt bei vielen Menschen die Hörfähigkeit nach. Die sogenannte Altersschwerhörigkeit ist ein natürlicher Alterungsprozess. Meist gehen dabei die oberen Tonhöhen zuerst verloren. Daneben gibt es noch weitere Ursachen und Arten der Schwerhörigkeit. So kann eine hohe und langanhaltende Lärmbelästigung beispielsweise auch zu einer Lärmschwerhörigkeit führen, zum Beispiel bei Bauarbeitern oder Musikern. Auch Mandel- oder Ohrenentzündungen sowie Störungen im Mittelohr können die Hörfähigkeit verschlechtern. Schwerhörigkeit ist keine Erkrankung, sondern ein Symptom. Aber generell gilt: Je früher man den Verlust des Hörvermögens behandelt, desto besser sind die Aussichten auf normales Hören. Ansonsten verliert unser Gehirn zunehmend seine akustischen Erinnerungen und verlernt so, akustische Informationen zu verarbeiten.

Wann ein Hörtest sinnvoll ist

Wer beispielsweise das Ticken der Armbanduhr oder ein Flüstern seines Gesprächspartners nicht mehr hört, sollte sein Hörvermögen messen lassen. Manche Menschen drehen auch ihren Fernseher lauter als früher; andere wenden ihrem Gesprächspartner vorzugsweise ein bestimmtes Ohr zu, um ihn besser zu verstehen. Das sind wichtige Hinweise auf einen Hörverlust. Das Hören von Sprache und Geräuschen ermöglicht uns aber zum einen die Kommunikation mit unseren Mitmenschen. Zum anderen kann es auch gefährlich sein, Geräusche bei der Arbeit oder im Straßenverkehr nicht rechtzeitig wahrzunehmen. Studien der Johns Hopkins University in Baltimore, USA zeigen sogar, dass ältere Menschen mit Hörverlust später häufiger an Demenz leiden, als solche, die normal hören können.

Mit Hilfe von Hörgeräten zum besseren Hörvermögen

In den meisten Fällen von Schwerhörigkeit können Hörgeräte die Lebensqualität immens verbessern. Sie sind heute moderne digitale Hörsysteme, die möglichst klein, unauffällig und komfortabel sein sollen. Wichtig sind besonders ihre Auflösung und Klangqualität sowie die Langlebigkeit der Batterien. Je nach Typ und Ausstattung des Hörsystems variieren die Kosten. Gesetzlich Versicherte können mit einer offiziellen Hörsystem-Verordnung ihres Arztes eine Zuzahlung bei der Krankenkasse beantragen.

Weitere Quellen:
Deutscher Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte e. V. zu Schwerhörigkeit und den Behandlungsmöglichkeiten
Deutscher Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte e. V. zum Thema Hörgeräte

Schweregrade

Normalhörigkeit: 
Normal gilt eine Abweichung von bis zu 20 Dezibel (dB) ­– Uhrticken hat etwa 20 dB.

Geringgeradige Schwerhörigkeit:
Töne unter einer Schallintensität von 25 bis 40 dB sind nicht hörbar ­– Flüstern hat etwa 30 dB.

Mittelgradige Schwerhörigkeit:
Töne unter 40 bis 60 dB sind nicht hörbar ­– Nieselregen hat etwa 40 dB.

Hochgradige Schwerhörigkeit:
Nur Töne mit über 60 dB sind hörbar ­– eine normale Unterhaltung liegt bei etwa 60 dB.

An Gehörlosigkeit grenzende Schwerhörigkeit:
Nur Töne mit 80 dB sind hörbar ­– ein Motorrad hat etwa 80 dB.

 

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