Nachlassen der Hörfähigkeit im Alter

Folgeerkrankungen vermeiden

Von Sandra Sehringer · 2021

Jede dritte Frau und jeder zweite Mann ist bei den über 65-Jährigen schwerhörig – Tendenz steigend. Schwerhörigkeit zählt daher inzwischen zu den „Volkskrankheiten“. Das Alter ist ein deutlicher Risikofaktor, doch auch jüngere Menschen sind zunehmend schwerhörig. Warum ist das so? Und warum ist es wichtig, frühzeitig zu reagieren?

Eine Frau sagt einem älteren Mann etwas ins Ohr.
Foto: iStock/ cruphoto

Michael H. wendet seinem Gesprächspartner immer lieber sein linkes Ohr zu als das rechte. Die Vögel im Garten sind nicht mehr zu hören, und wenn die Kinder etwas sagen, kommt es ihm irgendwie auch leiser vor. Das ist typisch für die sogenannte Altersschwerhörigkeit, eine der häufigsten Arten der Schwerhörigkeit. Im Alter zwischen 50 und 60 Jahren lässt bei vielen Menschen die Hörfähigkeit nach. Das liegt unter anderem an einem alterungsbedingten Verschleiß der Haarzellen im Innenohr. Meistens gehen zuerst die oberen Tonhöhen verloren und die Ohren sind unterschiedlich stark betroffen. 

Wichtig: frühzeitige Diagnose beim Nachlassen der Hörfähigkeit im Alter

Doch auch jüngere Menschen zeigen zunehmend häufiger Hörstörungen. Das liegt Expert:innen zufolge vor allem an einer gesteigerten Lärmbelastung in den Städten und am Arbeitsplatz. Auch die Dauerbeschallung durch Spiele oder Musik kann schon bei Kindern und Jugendlichen zu einem teilweisen oder sogar vollständigen Hörverlust führen. Wichtig ist in jedem Fall, bei einem Verdacht einen Hörtest in einer Hals-Nasen-Ohren-Praxis (HNO) oder bei Fachleuten der Hörakustik durchführen zu lassen. Liegt eine Verminderung des Hörvermögens vor, sollten HNO-Ärzt:innen frühzeitig die Ursache klären. Denn Schwerhörigkeit kann zur Gehörlosigkeit, aber auch zu Folgeerkrankungen wie Schwindel, Kopfschmerzen, Depressionen und Demenz sowie zu Unfällen und Verletzungen führen. 

Gründe für Hörgeräte

Schwerhörigkeit ist im eigentlichen Sinne keine Erkrankung, sondern ein Symptom. Je früher man allerdings den Verlust des Hörvermögens behandelt, desto besser stehen die Chancen, wieder normal hören zu können. Denn unser Gehirn verliert nach und nach seine akustischen Erinnerungen und verlernt so zunehmend, akustische Informationen zu verarbeiten. In den meisten Fällen können Hörgeräte helfen. Je nach Ursache und Schweregrad der Schwerhörigkeit gibt es unterschiedliche Gerätetypen, die man hauptsächlich im oder hinter dem Ohr trägt. Bei vielen Modellen handelt es sich Hightech-Wunder im Miniformat, die, sofern optimal eingestellt und konsequent getragen, wieder ein normales Hören und so für einen unbeschwerten Alltag sorgen.

Quellen:
DSB
HNO-Ärzte im Netz

Problem: Verharmlosung

Rund 15 Millionen Menschen in Deutschland haben Hörprobleme.
Viele dieser Menschen waren noch nie bei einem HNO-Facharzt oder Hörakustiker.
Nur jede dritte betroffene Person trägt ein Hörgerät oder andere Hörhilfen.

Quelle: Deutscher Schwerhörigenbund e. V., www.schwerhoerigen-netz.de, Zugriff: 08.07.2021

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