Hörschutz

Runter mit der Lautstärke

Von Tobias Lemser · 2016

Ob in der Disko, am Telefon und selbst beim Fernsehen: Ohne unsere Ohren wären wir aufgeschmissen. Sie nehmen akustisch alles wahr, was um uns herum passiert. Damit das auch so bleibt, sollten wir Lärm meiden oder – wann immer notwendig – Ohrstöpsel benutzen. Andernfalls drohen irreparable Schäden.

Wer an einer vielbefahrenen Straße wohnt, kann ein Lied davon singen: dröhnender Lärm bis die Ohren klingeln. Lärm zehrt nicht nur an den Nerven, sondern belastet auch unsere Gesundheit. Das bestätigt die im Jahr 2015 veröffentlichte NORAH-Studie, die die Auswirkungen von Verkehrslärm auf die Gesundheit unter die Lupe genommen hat. Je größer der Straßenlärm, desto höher das Risiko für Depressionen und für Herz-Kreislauferkrankungen. Doch ab welcher Lautstärke leiden auch die Ohren?

Über 75 Dezibel mögen die Lauscher nicht

Beispiel Friseursalon: Nicht selten heulen hier die Föhne auf Höchststufe schon mal mit über 90 Dezibel. Womit die „Schallmauer“ von 85 Dezibel übertroffen wäre, bei der laut Arbeitsschutz – wenn der Lärm dauerhaft anhält – ein Gehörschutz zu tragen ist. Um unsere Ohren zu schützen, sollten wir die Grenze von 75 Dezibel möglichst nicht dauerhaft überschreiten – das entspricht dem Schleudergang einer älteren Waschmaschine. Wer seine Ohren zu oft zu viel Lärm aussetzt, läuft Gefahr, schleichend an Hörleistung zu verlieren. Richtig gefährlich fürs Ohr wird es, wenn der Lärm kurzzeitig 120 Dezibel übersteigt. „Ein einziger Explosionsknall wie bei einem Silvesterknaller kann ausreichen, um das Ohr dauerhaft zu schädigen“, sagt Michael Jäcker-Cüppers, Lärmforscher und Lehrbeauftragter an der TU Berlin.

Schutz vor Hörschäden

Was ist präventiv zu tun? Ganz klar: Die Ohren vor Lärm schützen und ihnen Erholung gönnen. Ebenso rät der Lärmforscher, auf Hausgeräte mit niedrigen Dezibel-Werten zu achten. Neue Staubsauger arbeiten inzwischen bei knapp 70 Dezibel; moderne Dunstabzugshauben kommen sogar auf angenehme 51 Dezibel, was leiser Radiomusik entspricht. Und sollte es wie auf Konzerten oder in der Disko doch mal richtig laut werden, sind Ohrstöpsel die ideale Lösung. Keine Angst: Mittlerweile gibt es Stopfen, die einem sehr guten Sound-Vergnügen nicht im Wege stehen. Ob fürs Heimwerken mit der Bohrmaschine, konzentriertes Lesen in der Bahn oder für einen geruhsamen Schlaf, genauso vielseitig wie die Einsatzmöglichkeiten der Mini-Ohrschützer sind, genauso groß ist die Auswahl an Materialien. So können Nutzer zwischen Wachs, Silikon oder Schaumstoff wählen. Und auch für kleine Gehörgänge bietet der Markt Ohrstöpsel mit extra taillierter Form. Der Tragekomfort ist heutzutage definitiv kein Grund mehr, die Stopfen links liegen zu lassen und somit eine Hörschädigung in Kauf zu nehmen.